IIHF-Präsident Dr. René Fasel (links) und Peter Lüthi, Geschäftsführer EHC Kloten Sport AG


Aniello Fontana, Präsident des FC Schaffhausen (links), und Dr. Urs Scherrer


FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (links) und Dr. Urs Scherrer


Dr. Otto Schily, Bundestagsabgeordneter (links), und FIFA-Präsident Joseph S. Blatter


FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (links) und Phonak-Chef Andy Rihs


George Egloff, CEO der
Ticketcorner AG


UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino (links) und Dr. Urs Scherrer


FIFA-Präsident Joseph S. Blatter


Marco Blatter (links) und Dr. Otto Schily


FIFA-Mediendirektor Markus Siegler (links) und Dr. Daniel Thaler


IIHF-Generalskeretär Horst Lichtner (links) und Dr. Otto Schily


IIHF-Präsident Dr. René Fasel


Dr. Otto Schily


FIFA-Mediendirektor Markus Siegler (links) und Dr. Otto Schily


UEFA-Legal Director Dieter Kellenberger (links) und George Egloff, CEO Ticketcorner


Euro 2008-Delegierter Dr. Benedikt Weibel (links) und FIFA-Mediendirektor Markus Siegler


Euro 2008-Delegierter Dr. Benedikt Weibel


Premiere-Chefreporter Marcel Reif


Marco Blatter, Young Kickers Foundation


Round Table: Dr. Benedikt Weibel, Dr. Otto Schily, Marcel Reif, Dr. René Fasel, Dieter Kellenberger, Markus Siegler (v.l.n.r.)


Dr. Tanja Haug


Dr. Daniel Thaler


Dr. Peter Honegger


Heinz Tännler, Regierungsrat


Dieter Kellenberger, UEFA-Legal Director


Dr. Otto Schily


Forums-Organisatorin Karin Jost und Forums-Gründer Dr. Urs Scherrer

Rückblick

Veranstaltung vom 2. März 2007

Zwischen FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft 2006 und UEFA-Europameisterschaft 2008

 

Namhafte Referenten analysierten mit Bezug auf die FIFA-Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland sowie die UEFA-Europameisterschaft 2008 in Österreich und in der Schweiz Probleme rund um grosse Sportveranstaltungen. Behandelt wurden auch bereits durchgeführte und künftige Olympische Spiele.

Es referierten u.a.:

  • FIFA-Präsident Joseph S. Blatter
  • Der ehemalige deutsche Innenminister Dr. Otto Schily
  • IIHF-Präsident und IOK-Mitglied Dr. René Fasel
  • Der Delegierte des Bundesrates für die Europameisterschaft 2008, Dr. Benedikt Weibel
  • Premiere-Chefreporter, Marcel Reif

„Causa Sport“ (www.causasport.ch) wird auf die Veranstaltung zurückkommen.



Swiss Sport Forum - Medienservice Zürich - 02. März 2007

Reflexionen zu Sportveranstaltungen

16 Monate vor dem Anpfiff zur UEFA EURO 2008 trafen sich im Zürcher Swissôtel anlässlich einer Veranstaltung des Swiss Sport Forums und des Ticketcorner Experforums Juristen, Sponsoren, Vertreter der Schweizer Wirtschaft und Sportinteressierte zum regen Gedankenaustausch.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatters Rückblick auf die Fussball-WM in Deutschland und sein Ausblick nach und Plädoyer für Südafrika, dem Austragungsland der WM 2010, boten einen ersten Leckerbissen in vielfältige Einsichten der geladenen Top-Entscheider im globalen Sportgeschehen.

Einen Blick hinter die Kulissen des IOC gewährte IOC-Mitglied René Fasel, Präsident des Internationalen Eishockeyverbandes IIHF, mit einem Fazit zu den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 und konkreten Beispielen, wie das IOC das Sammeln der Erfahrungswerte und den Wissenstransfer zwischen den Austragungsstätten systematisiert hat und denselbigen konsequent überwacht.

Mit Abgeklärtheit und Esprit schilderte der Deutsche Bundestagsabgeordnete und frühere Innenminister Dr. Otto Schily die Erfahrungen – vor allem der Bewerbungs- und Umsetzungsphase – der Fussball-WM 2006 in Deutschland. Spezielles Augenmerk erhielten in seinem Vortrag die Nachhaltigkeit der Veranstaltung und die Langfristigkeit der Infrastrukturbauten.

Eindrücklich war auch das Votum von Dr. Benedikt Weibel, dem Delegierten des Bundesrates zur EURO 2008. Er stellte das Konzept der öffentlichen Hand vor, welches insbesondere in seiner Komplexität aufgrund des der Schweiz eigenen politischen Gebildes eine grosse Herausforderung darstellt. Darüber hinaus vermittelte er den Anwesenden die klar strukturierten Prozesse der diversen Teilprojekte (u.a. Sicherheit, Verkehr) sowie die fünf öffentlichkeitswirksamen Kommunikationsphasen vonseiten der öffentlichen Hand bis zum Start der EURO 2008.

Eine Gratwanderung zwischen Sport, Show und Kommerz wagte Sportkommentator Marcel Reif. Er wagte durchaus provokative Ansätze anzusprechen. In der Folge sinnierte er nicht nur über die Symbiose zwischen den Medien und dem Sport, aber auch über die Tatsache, dass vermehrt nur noch Skandale zu höherem Medianabsatz führen.

Ein Roundtable-Gespräch mit Fragen aus dem Publikum schlossen die allgemeine Referentenrunde ab.

Den Schlusspunkt des Swiss Sport Forums setzten Kurzreferate juristischer Fachspezialisten hinsichtlich der UEFA EURO 2008 zu Rechtsproblemen bei kommerziellen Sportgrossveranstaltungen, lic. iur. Dieter Kellenberger und nicht zuletzt im Falle von so genanntem "Ambush Marketing", welchem gerade in der Schweiz eine eindeutige Rechtsgrundlage fehlt, Dr. iur. Daniel Thaler.
(jvg
)


Fehlende Begeisterung in der Schweiz und Kritik an UEFA

03.03.2007; www.sport.ch; Peter A. Frei

FIFA-Präsident Sepp Blatter hat am hochkarätig besetzten Swiss Sport Forum in Zürich die fehlende Begeisterung für die Euro 2008 in der Schweiz beklagt und indirekt den europäischen Verband UEFA wegen seiner Haltung in Steuerfragen kritisiert.
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Blatter beklagt fehlende Begeisterung

www.news.ch; 02.03.2007

Deutliche Worte von Sepp Blatter: Der FIFA-Präsident hat am hochkarätig besetzten Swiss Sport Forum in Zürich die fehlende Begeisterung für die Euro 2008 in der Schweiz beklagt. (smw/Si)
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Deutsche Tipps für perfekte Euro

Tages-Anzeiger; 06.03.2007; Seite 38
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Blatter kritisiert die UEFA

Walliser Bote; 03.03.2007; Seite 15
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Presseberichte

© La Liberté; 03.03.2007
Sport football

Le plan B ou C se nomme Afrique du Sud
Joseph Blatter, président de la FIFA, a réi- téré son «total soutien» à l'Afrique du Sud comme pays organisateur de la Coupe du monde 2010. «En dépit des informations pessimistes dans la presse, nous allons en Afrique du Sud. Le soi-disant plan B ou C pour le Mondial s'appelle l'Afrique du Sud», a-t-il déclaré.

«On n'atteindra vraisemblablement pas la quasi-perfection du Mondial en Allemagne, mais nous aurons une Coupe du monde à l'africaine», avec «les caractéristiques propres à un continent qui a beaucoup apporté au football», a-t-il ajouté lors du Swiss Sport Forum à Zurich.

Le Valaisan s'est d'autre part félicité du «rôle joué par le football pour la compréhension entre les peuples». Il a ainsi relevé que pendant toute la période de la Coupe du monde en Allemagne, de fin mai à début juillet, «il n'y a pratiquement pas eu d'affrontements sanglants dans le monde. C'est comme s'il y avait eu un cessez-le-feu, comme si la hache de guerre avait été enterrée. C'est seulement après le Mondial qu'a éclaté l'affrontement entre le Hezbollah libanais et Israël», a-t-il souligné.

Par ailleurs, le président de la FIFA a critiqué le manque d'enthousiasme des Suisses pour l'Euro 2008. «Tant en Suisse alémanique qu'en Suisse romande, je n'ai pas ressenti l'enthousiasme. Après avoir reçu quelque chose, la première chose que les Suisses demandent, c'est combien cela va coûter.»
si/AFP



Berner Zeitung; 03.03.2007; Seite 37
BZ Stadt kanton bern Steuerstreit

Blatter kritisiert die Uefa
Fifa-Präsident Sepp Blatter hat die Uefa wegen ihres Steuerstreits mit dem Kanton Bern kritisiert. Spieler sollten aus Blatters Sicht Quellensteuern bezahlen. Die Fifa habe dies an der WM 2006 in Deutschland so gehandhabt.

«Wo du etwas verdienst, sollst du es auch versteuern», sagte Blatter gestern am Swiss Sport Forum in Zürich. Sämtliche Profispieler der 32 Verbände hätten während der Weltmeisterschaft den Fiskus des Gastgeberlandes gespiesen. Dies sei nur korrekt und solidarisch.

Der Weltfussballverband Fifa habe Deutschland denn auch nie um eine Steuerbefreiung ersucht, sagte Blatter weiter. Bei jenen Nationalmannschaften, deren Länder kein Steuerabkommen mit Deutschland hätten, habe die Fifa die Steuern von den Prämien abgezogen und dem deutschen Staat überwiesen.

Wegen der Quellensteuern streitet sich der europäische Fussballverband Uefa mit den Berner Behörden. Mitte Februar ging der Steuerstreit mit dem Kanton Bern in eine neue Runde. Die Uefa gab bekannt, dass sie den Entscheid der Berner Steuerverwaltung an die nächste Instanz weiterzieht. Es geht um die Quellensteuer beim Champions-League-Spiel des FC Thun gegen Arsenal London vom November 2005.

Aus Sicht des Kantons Bern ist die Steuer für die Spielerprämien im Kanton Bern geschuldet. Der Ausgang des Rechtsstreits hat Präjudizwirkung für die Euro 08.
Sda



Der Bund; 03.03.2007; Seite 16
sport Fifa

Steuern vor Ort bezahlt
Fifa-Präsident Joseph Blatter hat am hochkarätig besetzten Swiss Sport Forum in Zürich die fehlende Begeisterung für die Fussball-Euro 2008 in der Schweiz beklagt. «Ich vermisse in der Deutschschweiz wie in der Westschweiz den Enthusiasmus», sagte der Walliser.

Der frühere deutsche Innenminister Otto Schily erklärte, Deutschland habe von der WM steuerlich enorm profitiert. Blatter meinte, die Spieler aller 32 Nationalteams hätten an der WM Quellensteuern bezahlt. «Die Fifa hat die Quellensteuer direkt abgezogen und sie dem deutschen Staat überwiesen. Wo du etwas verdienst, sollst du es auch versteuern», sagte Blatter.

Wegen der Quellensteuer befindet sich der europäische Verband (Uefa) im Clinch mit den Berner Behörden. Der Entscheid in Bezug auf den Quellensteuerstreit wird auch Konsequenzen für die Euro haben.
Si



Der Landbote; 03.03.2007; Seite 5

Fussballgäste herzlich empfangen
Die Schweiz soll sich vom Euro-Virus anstecken lassen und sich ihrer künftigen Gastgeberrolle bewusst werden. Dazu haben die Organisatoren nun ein Gastgeberkonzept erarbeitet.

Zürich – Als der ehemalige SBB-Chef Benedikt Weibel am 8. Januar sein Amt als Delegierter des Bundesrates für die Euro 2008 antrat, las er sich ins Thema ein. Beim Durchblättern der Unterlagen über die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 habe er festgestellt, dass noch niemand an ein Gastgeberkonzept gedacht habe, sagte er gestern am Swiss Sport Forum in Zürich. Jetzt liege es vor – und es sei eigentlich eine «simple Sache», befand Weibel: «Wir wollen die Gäste herzlich empfangen.» Die Schweiz soll im Juni 2008 die Sportler, Funktionäre, Medienvertreter und Fussballfans aus aller Welt jederzeit hilfsbereit unterstützen und sie optimal informieren.

Zudem wollen die Verantwortlichen darum besorgt sein, dass die Gäste bedürfnisgerecht untergebracht werden. Dem Image eines Hochpreislandes sei mit einer anständigen Preisgestaltung entgegenzuwirken, sagte Weibel. Sehr wichtig werde man die Betreuung der Fans nehmen. Daher spielten die Freiwilligen eine zentrale Rolle.

Bei den freiwilligen Helferinnen und Helfern setzen die Uefa und die Organisatoren der öffentlichen Hand auf ein einheitliches Konzept. Dies werde in beiden Austragungsländern so sein, sagte Weibel. Egal, ob sich ein Fan im österreichischen Klagenfurt oder in Bern aufhält – er soll gleich gekleidete «Volunteers» antreffen.

Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für den sportlichen Grossanlass bereits auf Hochtouren. Er denke allerdings, dass noch nicht überall die wahre Dimension der Euro 2008 erkannt worden sei, sagte Weibel. «Wir müssen die Bedingungen schaffen, dass sich das Volk begeistert.» Begeisterung sei immer punktuell.

Diese Begeisterung vermochte die Fussball-WM in Deutschland zu entfachen, wie der ehemalige deutsche Innenminister Otto Schily sagte: Am Schluss hätten die Deutschen die WM als ihre Veranstaltung gesehen, und nicht als jene der Fifa. Dazu sei jahrelange Vorarbeit nötig. Das Entscheidende sei, ob der Funke überspringe. Nicht allein die Fragen zu Finanzen, Infrastruktur, Sicherheit oder Organisation seien wichtig. Das Land müsse bereit sein, die Gastgeberrolle anzunehmen, betonte Schily.
(sda)

Sicherheitskonzept verabschiedet
Bern – Das Sicherheitskonzept für die Euro 2008 steht. Unter der Leitung von Sportminister Samuel Schmid verabschiedete der Politische Ausschuss das Papier. Das Konzept entspreche in etwa jenem der Fussball-WM 2006 in Deutschland, sei jedoch an die Schweizer Verhältnisse angepasst worden.

Das nun verabschiedete Konzept folge bei den Einsatzgrundsätzen der Subsidiarität: An erster Stelle stünden die Kräfte in den Austragungskantonen, dann kämen die Konkordate und drittens andere Korps, sagte der Euro-Delegierte des Bundesrates, Benedikt Weibel. Neben den Einsatzgrundsätzen regelt das Konzept Verkehrssicherheit, Rettungswesen und Sanitätsdienste. Ende März werden die Kantone über das Konzept (sda)




Basler Zeitung; 03.03.2007; Seite 6

Der Euro-08-Funke ist noch nicht gesprungen
Benedikt Weibel will als Euro-08-Delegierter die Begeisterung wecken Etwas mehr als ein Jahr vor dem Anpfiff zur Euro 2008 legt die Schweiz ein Gastgeberkonzept vor.

Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen zur Euro 2008 in der Schweiz und in Österreich auf Hochtouren, sowohl bei der Organisatorin Uefa Euro 2008 als auch bei den Verantwortlichen der öffentlichen Hand. Laut Benedikt Weibel, Euro-Delegierter des Bundesrates, sei die wahre Dimension des Anlasses noch nicht überall erkannt worden.

Der ehemalige SBB-Chef hat sein Amt am 8. Januar angetreten. Die ihm schon bei den Bähnlern nachgesagte Begeisterungsfähigkeit überträgt er nun auf den Fussballevent. Er sprach an einer Tagung des Schweizer Sport Forum und des Expertforum › und er liess keine Zweifel offen, dass im Juni 2008 «ein tolles Fest» steigen soll. Die Vorbereitung eines sportlichen Grossanlasses verlangt den Austragungsländern nicht nur ein finanzielles und organisatorisches Engagement ab, wie der heutige SPD-Bundestagsabgeordnete Otto Schily ausführte. In seine Amtszeit als Bundesinnenminister fiel die Fussball-WM 2006. Entscheidend sei, ob der Funke auf die Bevölkerung überspringe. Ein Land müsse bereit sein, die Gastgeberrolle anzunehmen, unterstrich Schily. Darauf will sich nun auch die Schweiz vorbereiten › mit einem Gastgeberkonzept, das Weibel in groben Zügen vorstellte. Im Grunde sei es simpel: «Wir wollen unsere Gäste herzlich empfangen.»

Indirekte Kritik musste sich die Uefa von Fifa-Präsident Sepp Blatter gefallen lassen: Spieler sollten aus seiner Sicht Quellensteuer bezahlen. Die Fifa habe dies an der WM 2006 in Deutschland so gehandhabt. Zurzeit liegen sich die Uefa und der Kanton Bern aus Anlass des Spiels FC Thun›Arsenal just wegen dieser Steuer in den Haaren.

Ebenfalls gestern hat der politische Ausschuss der Euro 08 unter der Leitung von Bundesrat Samuel Schmid das Sicherheitskonzept verabschiedet. Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen: Ende März befinden die Kantone über das Konzept.
SDA



Berner Zeitung; 06.03.2007; Seite 12
BZ Stadt sport

Fifa-Präsident Joseph Blatter beklagt die fehlende Euphorie – warum eigentlich?
Wo bitte gehts zur Euro 2008?
Joseph Blatter, Präsident der mächtigen Fifa und nach eigener Einschätzung immer noch eher Fussballer als Funktionär, ist beunruhigt. «Ich vermisse in der Deutschschweiz wie in der Westschweiz den Enthusiasmus.» Noch 458 Tage bis zur Eröffnung der Euro 2008, und von Begeisterung keine Spur: keine Fans in den Strassen, keine Fahnen auf den Dächern, keine Begeisterung in den Medien.

Stattdessen diskutiert man über Mehrwertsteuer, Frei oder Vogel und Nationalcoach Jakob Kuhn, der für einen Stromproduzenten den Köbi macht und damit auch den Energieminister unter Spannung setzt. Der «Blick» inszeniert Empörung über unverschämte Ticketpreise. Dabei: Auch Herbert Grönemeyer kostet 87 Franken.

Blatter doziert beim Swiss Sport Forum in Zürich, und er geniesst die Plattform. Mit Augenzwinkern bittet er um mehr Redezeit und erhält diese selbstverständlich auch. Blatter nutzt die Gelegenheit, um richtigzustellen, was ihn schon im deutschen WM-Sommer geärgert hat: das Bild der gierigen Fifa, die Übertreibungen der Medien («Zwangsprostitution, als ob es das überhaupt gäbe»), sein Image als Feudalherrscher. Dass Blatter die Sprüche, die er in seinen Monolog einstreut, zum grossen Teil bereits im November bei seiner Ernennung zum Ehrenbürger von Visp platziert hat, ist nicht sehr elegant. Aber wer war denn schon in Visp?

Sein Pointenrecycling passt zur Veranstaltung unter dem Titel «Zwischen Fifa-Weltmeisterschaft 2006 und Uefa-Euro 2008»: Die Referenten sind hochkarätig, der Gehalt ihrer Vorträge weniger. Der ehemalige deutsche Innenminister Otto Schily, Eishockey-Weltverbandspräsident René Fasel oder der deutsche Fernsehstar Marcel Reif erzählen ebenso wenig Neues.

Wirklich spannend wird es eigentlich nur, als Benedikt Weibel auftritt, der bis vor kurzem SBB-Chef gewesen ist und nun Delegierter des Bundesrats für die Euro ist. Er spricht in klaren Worten und agiert in vier Punkten: Vertrauen schaffen, Sympathie bilden, Vorfreude geniessen, das Fest feiern.

In diesem Zeitplan sind Weibel und die Euro-Verantwortlichen immer noch bei Punkt eins. Denn dass das öffentliche Vertrauen in Fifa und Uefa limitiert ist, liegt nicht zuletzt an Joseph Blatter und dessen Art, den Weltfussball zu führen.

Natürlich wird auch vom Enthusiasmus in Deutsch- und Westschweiz abhängen, ob die Euro ein Erfolg wird. Es zählen aber auch die Leistungen des Schweizer Teams. Das war in Deutschland nicht anders.

Übrigens: In den ersten 24 Stunden des Vorverkaufs haben sich 54000 Leute um Eintrittskarten beworben und den Uefa-Server überlastet. Der Spross zur Begeisterung ist gelegt.
Daniel Germann