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Alexander Pereira, Opernhaus Zürich, Referent

Dr. Urs Scherrer,
Scherrer Jenny & Partner, Referent

Prof. Roland Schaer, Referent, Stephan Hürlimann,
Referent,
Dr. Christian Winiker, Contract Media AG
(von links nach rechts)

Prof. Giorgio Behr, Referent

Sandra Caviezel,
Credit Suisse, Referentin

George Egloff,
CEO Ticketcorner AG
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Rückblick
Veranstaltung vom 15. November 2004
Sport und Kulturveranstaltungen im
Blickpunkt von Recht und Wirtschaft
An der von Ticketcorner AG und Swiss Sport Forum
organisierten Tagung, an der mehr als 300 Gäste teilnahmen, wurden
Probleme im Zusammenhang mit Sport- und Kulturveranstaltungen aus
juristischem und ökonomischem Blickwinkel beleuchtet. Sandra
Caviezel Hauser (Credit Suisse Zürich) vermittelte Grundlegendes
zum Sponsoring und Marketing, Dr. iur. Urs Scherrer (Scherrer Jenny
& Partner, Meilen) stellte in einem «Tour d'horizon»
das Eventrecht im Allgemeinen vor; Stephan Hürlimann (Wenger Vieli
Belser, Zürich) zeigte die steuerlichen Probleme im Zusammenhang
mit Veranstaltungen auf, Prof. Dr. iur. Roland Schaer (Universität
Bern) befasste sich mit der Haftung des Veranstalters und vermittelte
versicherungsrechtliche Informationen; Prof. Dr. iur. Giorgio Behr
(Universität St. Gallen) befasste sich abschliessend mit der
Finanzplanung von Veranstaltungen.
Tagungsbericht, erschienen in der Sport-Zeitschrift
«Causa Sport» Heft 3/4 2004 (www.causasport.ch)
Bereits zum dritten Mal nach 2002 und 2003 ist das von
Ticketcorner AG ins Leben gerufene «Expertforum»
durchgeführt worden. Die diesjährige Auflage der
mittlerweilen etablierten (und beliebten) Veranstaltung wurde diesmal
vom «Swiss Sport Forum» mitorganisiert. Auch wenn die
bisher durchgeführten Tagungen einen hohen Standard aufwiesen, hat
sich die Kooperation der beiden Partner zusätzlich positiv
ausgwirkt: Dank hochkarätiger Referenten und auf Grund der Themen,
die mehrheitlich praxisorientiert abgehandelt wurden, durfte nochmals
eine markante Qualitätssteigerung vermerkt werden, wie
Ticketcorner-CEO George Egloff am Schluss der Veranstaltung zu Recht
feststellte.
Es verwunderte denn auch nicht, dass weit mehr als 300 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer an der Tagung in Zürich-Oerlikon anwesend waren.
Mit der Themenwahl - Sport- und Kulkturveranstaltungen vorwiegend aus
der Sicht des Juristen und des Oekonomen zu beleuchten - lagen die
Veranstalter der Tagung jedenfalls goldrichtig: Das
«Eventrecht» ist zweifellos zum wissenschaftlichen
Trendthema geworden.
Ein anschaulicher, praxisbezogener Einstieg in die sehr komplexe
Materie erfolgte durch die Leiterin Sportsponsoring der Credit Suisse,
Sandra Caviezel Hauser. Illustrativ wurden von der Referentin die Ziele
des Sponsorings durch die Grossbank aufgezeigt. Interessant waren die
Ausführungen zu den von der Credit Suisse favorisierten
Sponsoring-Themen in Sport und Kultur (Fussball, Formel 1, Golf,
Reitsport, Kunst, Klassische Musik und Jazz). Am «Fallbeispiel
EURO 2004» wurde verdeutlicht, wie arbeitsintensiv eine
Werbekampagne, wie diejenige im Zusammenhang mit der
Fussball-Europameisterschaft in Portugal 2004, sein kann.
Einen gerafften juristischen Ueberblick zum Eventrecht vermittelte der
Vereins- und Sportrechtsspezialist Dr. Urs Scherrer auf kurzweilige
Art. Bereits der Begriff des «Veranstalters» ist heterogen,
und die mit einer Veranstaltung zusammenhängenden
Vertragsverhältnisse (insbesondere der Zuschauervertrag, aber auch
etwa der Lizenzvertrag) sind nicht immer einfach zu erfassen. Scherrer
zeigte u.a. auf, welche Rechtsfolgen aus Leistungsstörungen beim
Zuschauervertrag (Ausfall der Veranstaltung, Verschiebungen,
Veranstaltungsabbruch usw.) resultieren können.
Der Steuerexperte Stephan Hürlimann wies in seinem Vortrag auf
steuerrechtliche Aspekte im Zusammenhang mit Sport- und
Kulturveranstaltungen hin. Insbesondere zeigte er «Klippen»
auf, die es von Event-Veranstaltern zu «umschiffen» gilt.
Bei der Kalkulation einer Veranstaltung ist es nach Meinung von Stephan
Hürlimann unabdingbar, sich vor der Durchführung einer
Veranstaltung insbesondere auch über die steuerlichen Belange
genau ins Bild zu setzen, um unliebsame Ueberraschungen zu vermeiden.
Zu solchen Ueberraschungen komme es beispielsweise immer wieder im
Zusammenhang mit der Mehrwertsteuer.
Wie eine Sportveranstaltung finanziell geplant werden sollte,
erörterte der Unternehmer und Universitätsdozent Dr. Giorgio
Behr. Nach Behr müssen Veranstaltungen vor allem auch finanziell
strikte geführt werden; lediglich eine simple Buchhaltung
genüge in den seltensten Fällen. Innerhalb eines
Führungsteams ist nach Meinung von Behr Transparenz von grosser
Wichtigkeit. Er betonte überdies die Wichtigkeit der Anwendung
elementarer Grundsätze der Rechnungslegung. Schliesslich zeigte
Prof. Roland Schaer auf, in welchen Fällen ein Veranstalter eine
Haftung treffen kann (beispielsweise bei Verletzung oder Tötung
eines Event-Besuchers). Nicht jedes Risiko einer Veranstaltung sei
jedoch versicherbar, sagte Schaer.
Nach den fünf Referaten hätte man sich noch etwas Zeit
für eine Diskussion gewünscht. Dass dieser Dialog unter den
Tagungsteilnehmern nach der mehrstündigen Wissensvermittlung aus
zeitlichen Gründen und im Rahmen einer Eintages-Veranstaltung
nicht mehr stattfinden konnte, war verständlich – aber
dennoch bedauerlich.
Dr. iur. Kristin Lüönd, Zürich
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